Die Gralsbotschaft >letzter Hand<

Verfasser: Wulf-Dietrich Rose

 

Der Verlag der Stiftung Gralsbotschaft wirbt für das Werk >Im Lichte der Wahrheit - Gralsbotschaft; Ausgabe letzter Hand< mit der irreführenden Behauptung: „Die Vorträge,

die in diesem Buch zusammengefaßt sind, entstanden zwischen 1923 und 1938.“ (Quelle:www.gral.de/buecher/gralsbotschaft)

 

Diese nicht den Tatsachen entsprechende Behauptung hat seit Jahrzehnten immer wieder zu Fragen geführt, die seitens der Stiftung Gralsbotschaft nie überzeugend und wahrheitsgemäß beantwortet wurden. Das hat vermeidbare Kontroversen erzeugt und den Verdacht immer weiter genährt, dass es Gründe dafür gibt, etwas zu verschweigen.

 

Diejenigen, die ihre Zweifel im Interesse der Wahrheitsfindung in mühevoller Kleinarbeit Wort für Wort und Vortrag für Vortrag belegten, wurden mit dem Ausschluss aus der offiziellen Gralsbewegung bestraft! Da gab es nur selten Gespräche, keine Möglichkeit für ein letztes Wort und kein Recht auf Revision!

 

Hätten sich die Verantwortlichen der Stiftung Gralsbotschaft stattdessen mit den um Aufklärung bemühten Lesern der Gralsbotschaft zusammengesetzt um „auf Augenhöhe“ gemeinsam nach den Gründen für die umfangreichen Streichungen und Änderungen an der Urfassung der Gralsbotschaft für die Gralsbotschaft >Ausgabe letzter Hand< gesucht, dann hätte man die unwürdigen Streitereien der letzten Jahrzehnte vermeiden können!

 

In der Folge sind zur Durchsetzung und Rechtfertigung der Entscheidung der Stiftung Gralsbotschaft, nur die >Gralsbotschaft Ausgabe letzter Hand< zu dulden, unglaubliche Dinge geschehen. So wurden auf Anweisung von Dr. jur. Kurt Große, dem damaligen Vorstand der Stiftung Gralsbotschaft, die Besitzer der Exemplare der Urfassung der Gralsbotschaft und der Nachklänge aufgefordert, diese zurück zu geben. Im Heizungskeller der Gralsverwaltung auf dem Vomperberg wurden diese wertvollen Erstausgaben dann verbrannt. Diese Verbrennung der Gralsbotschaft erfolgte nicht im Sinne von Frau Irmingard Bernhardt und Herrn Alexander Bernhardt, der gelegentlich empfahl: „Sie müssen die alte Gralsbotschaft lesen!“

 

Abd-ru-shin hat in den Jahren 1940 und 1941 eine Ausgabe der Gralsbotschaft verfasst,

die für Menschen gedacht war, die zum ersten Mal mit der Gralsbotschaft in Kontakt kamen! Darin hat er sein Bekenntnis als Menschensohn, und auch die zahlreichen Hinweise im Zusammenhang damit, aus dieser für den Erstkontakt gedachten Fasssung der Gralsbotschaft entfernt. 

 

Frau Elisabeth Gecks schreibt hierzu in ihren Erinnerungen: >Aus dem Leben Abd-ru-shin´s und die Geschichte des Berges<:

 

“Deshalb hat der HERR in Seiner letzten Erdenzeit, als Er die Botschaft in dem Gedanken, daß sie ja jetzt durch die ganze Welt gehen müsse und auch in die Buchhandlungen kommen würde, diese Stellen herausgelassen, die nur für das Verständnis jener sind, die die Botschaft bereits erfaßt haben. Das betrifft auch die Kündung von Imanuel, dem Menschensohn, damit nicht Menschen das Buch aufschlagen, das zuerst lesen und nichts damit anfangen können.“

 

(Hier: Der vollständige Auszug aus den Erinnerungen von Frau Elisabeth Gecks)

 

Daraus ist zu schliessen, dass diese in den Jahren 1940 und 1941 entstandene Fassung der Gralsbotschaft nur für Menschen gedacht war, die zum ersten Mal mit der Gralsbotschaft in Kontakt kamen!

 

Die Aussage von Frau Elisabeth Gecks wurde bisher weder vom Verlag der Stiftung Gralsbotschaft als Grund für die Änderungen im Text der Gralsbotschaft >Ausgabe letzter Hand< im Vergleich zur Urfassung der Gralsbotschaft aus dem Jahre 1931 genannt, noch von denen berücksichtigt, die die bisher nicht überzeugend begründeten Änderungen untersuchten und dafür zurecht Erklärungen verlangten.

 

Offenbar war diese Aussage von Frau Gecks bisher gar nicht oder nur einem kleinen Personenkreis bekannt  - oder sie wurde ignoriert. Ignoriert vielleicht deshalb, weil man

es nicht für möglich gehalten hat, dass Abd-ru-shin selbst eine umfangreiche Neufassung seiner Gralsbotschaft trotz der Gefahr jederzeitiger Hausdurchsuchung durch die Gestapo vorgenommen hat, die eine derartige Betätigung verboten hatte.

 

Quelle: >Zeittafel<; Zusammenstellung von "Marksteinen" im Erdenleben Abd‑ru‑shins; verfasst von Gertrud Schaefer‑Bider.

 

Frau Irmingard Bernhardt, die die Arbeiten Abd-ru-shins selbst begleitete, hat 1956 vor dem Bezirksgericht Schwaz (Tirol) erklärt, daß alle Änderungen „genau nach den Anweisungen

des Verfassers“ durchgeführt wurden:

 

„Ende Mai 1941 war das Manuskript der Überarbeitung druckreif. Die Überarbeitungen bezogen sich auf Änderungen verschiedener Art. Zum Teil handelte es sich um die Berichtigung von Satzzeichen, um das Umstellen von Worten, um die Streichung oder Kürzung ganzer Sätze oder Absätze, die eine Wiederholung von Gedanken enthielten, welche bereits in vorhergehenden Sätzen oder Absätzen ausgesprochen waren.

 

Er strich aber auch Worte, Sätze und auch ganze Seiten, wenn er von den in ihnen wiedergegebenen Gedanken der Ansicht war, daß die Menschen sie doch nicht verstehen würden. Für diese Meinung war das Erleben der letzten Jahre vor seinem Weggang maßgebend.

 

Seiten in der Gralsbotschaft, auf denen größere Absätze gestrichen waren, überklebte ich, soweit die Streichungen gingen, oder schrieb die Seite in der geänderten Fassung mit der Maschine völlig neu und klebte die neue Seite ein.“

 

Quelle: >Die Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ von Abd-ru-shin wie sie als Neufassung seit dem Jahre 1949 gedruckt und zum Erwerb angeboten wird.<

 

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch eine Mitteilung von Frau Maria Bernhardt, die gleich nach dem Krieg dem Jünger Brauning in San Paolo erklärte:

 

„In Anbetracht der Unmöglichkeit des Aufbaues eines Gottesreiches unter der Leitung von Abdrushin‑Imanuel, als Folge des totalen Versagens des größten Teiles der Berufenen und Hoch­berufenen, wurde eine Umarbeitung der Botschaft vorgenommen. Deswegen hatte ER alles, was sich direkt auf seine Mission in irdischer Hinsicht, sowie vieles bezüglich der unmittelbaren Auswirkun­gen des Gerichtes gestrichen und manches abgeändert. Denn die Botschaft sollte fernerhin lediglich als Rettungsanker dienen für diejenigen, die noch einen Funken Gutes in sich tragen.“

 

Mehrere glaubwürdige Zeugen (Alfred Grégoire, Daniel Swarowski usw.) haben ausgesagt, dass Abd-ru-shin ihnen gegen Ende seines Erdenlebens seine Absicht mitgeteilt habe, die Fassung der Botschaft zu ändern. Er soll sogar zu dem Jünger Daniel Swarowski gesagt haben, dass er diese Arbeit abgeschlossen habe. Quelle: Die Ursprünglichkeit der Gralsbotschaft; Teil 2

 

Vergleicht man die Vorträge der Urfassung der Gralsbotschaft aus dem Jahre 1931 und den Nachklängen mit den entsprechenden Vorträgen in der Gralsbotschaft >Ausgabe letzter Hand<, so ist leicht zu erkennen, dass Abd-ru-shin die Änderungen bzw. Streichungen in der Weise vorgenommen hat, wie dies in den sinngemäß gleichen Erklärungen von Frau Irmingard Bernhardt, Frau Maria Bernhardt und Frau Elisabeth Gecks beschrieben wurde. Allerdings hat Abd-ru-shin diese Überarbeitung auch dazu genutzt, zahlreiche stilistische Verbesserungen vorzunehmen, ohne dass dadurch der Sinn seiner Aussagen verändert wurde.

Für einen aufschlussreichen eigenen Vergleich der Änderungen werden hier vier Vorträge aus der Urfassung der Gralsbotschaft aus dem Jahre 1931 bzw. den Nachklängen veröffentlicht. In diesem Text sind die Streichungen in den jeweiligen Vorträgen rot gekennzeichnet; die Einfügung neuer Worte bzw. Textstellen für die Gralsbotschaft >Ausgabe letzter Hand< (1978) sind grün gekennzeichnet.  

 

 

Aus diesen Änderungen ist zu schliessen, dass Abd-ru-shin seine Gralsbotschaft zwar noch kurz vor seinem Tod vollständig überarbeitet und darin vieles gestrichen hat, aber er hat damit nur das getan, was Frau Elisabeth Gecks aussagte, Frau Irmingard Bernhardt und Frau Maria Bernhardt erklärten, und was Abd-ru-shin selbst an einen Jünger in der Schweiz schon vorher angekündigt hat, indem er schrieb:   

 

 „Ich bitte Sie noch um eins: Lassen Sie bei allen Büchern, gleichviel in welcher Sprache sie gedruckt sind, vor dem Absenden das eine Blatt herausschneiden, das vor dem Anhange ist und den Hinweis auf IMANUEL bringt!

 

Es ist dies sehr wichtig; denn dadurch wird die Botschaft leichter verbreitet werden, und muss sachlicher genommen werden. Sie wird dann auch für Feinde unantastbar bleiben. Bei diesem oder jenem Leser würde der direkte Hinweis unwillkürlich eine Opposition hervorrufen, weil die Art der Menschengeister so ist. Ist dieses Blatt nicht mehr darin, wird die Botschaft leichter aufgenommen. Aber nur bei denen, die jetzt verkauft werden, nicht bei dem ganzen Lager, weil es später wieder darin verbleiben kann.“

 

Es handelte sich um folgenden Text:

 

SCHLUSSWORT

 

Abdruschin hat seine Botschaft an die Menschheit nun vollendet.

In ihm erstand nach der Vollendung nun der gottgesandte Menschensohn

 

IMANUEL

 

der von dem Gottessohne Jesus selbst verheißen ward der Menschheit zum Gericht

und zur Erlösung, nachdem alte Propheten bereits auf ihn hingewiesen hatten.

 

Er trägt die Zeichen seiner hohen Sendung:

das lebende Kreuz der Wahrheit, strahlend aus ihm, und die göttliche Taube über sich,

wie sie der Gottessohn getragen hat.

 

Menschheit, erwache aus dem Schlafe Deines Geistes!

 

 

Natürlich hat Abd-ru-shin damit nicht sein Bekenntnis als Menschensohn zurückgenommen und auch nicht die zahlreichen Hinweise im Zusammenhang damit; sondern diese Textpassagen lediglich von der Veröffentlichung zurückgezogen.  

 

Mit der zeitlich begrenzten Verfügung, sein Bekenntnis aus den Exemplaren der Gralsbotschaft herauszuschneiden, hatte Abd-ru-shin schon das eingeleitet, was er in seiner letzten Erdenzeit mit der Neufassung seiner Gralsbotschaft dann vollzogen hat:

 

Als Abd-ru-shin vor seinem Weggang von dieser Erde erkannte, dass ein Aufbau eines Gottesreiches nach dem Gericht unter Seiner Leitung nicht mehr möglich sein wird, seine Mission also vorerst nicht zu Ende geführt werden kann, hat er das getan hat, was Frau Maria Bernhardt dem Jünger Brauning so erklärte:

 

„…alles, was sich direkt auf seine Mission in irdischer Hinsicht, sowie vieles bezüglich der unmittelbaren Auswirkungen des Gerichtes gestrichen und manches abgeändert.“

 

Wie wichtig jedoch das nur in der Urfassung der Gralsbotschaft enthaltene Wissen über den Menschensohn ist, zeigt ein Auszug aus dem Vortrag: >Allweisheit<:

 

"So kommt auch bei der jetzt wirkenden grossen Weltenwende unbedingte Notwendigkeit der Erweiterung des Wissens bis zum Sein Imanuels, in dem sich diese Wende nun erfüllt!

 

Entweder muss der Menschengeist sich bis zum Wissen aufwärts schwingen oder er bleibt stehen, was gleichbedeutend für ihn mit einsetzendem Zerfalle ist in Unverwendbarkeit durch tatenlose Überreife eines stillstehenden Menschengeistes, der die in ihm sich aufstauende Lichtkraft nicht mehr richtig zu verwenden weiss. So wird ihm das, was helfen kann und helfen würde, zum Verderben, wie jede Energie, welche falsch angewendet ist.

 

Darum müsst Ihr nun wissen von Imanuel; denn diese Zeit ist für Euch da!"

 

Doch dazu muss die Gralsbotschaft in der Urfassung, also mit den Erläuterungen zu der Mission IMANUELS in irdischer Hinsicht verfügbar sein!