Abd-ru-shin - der Verfasser der Gralsbotschaft >Im Lichte der Wahrheit<

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Abd-ru-shin, mit bürgerlichem Namen Oskar Ernst Bernhardt, wurde am 18. April 1875 in Bischofswerda nahe Dresden geboren. Seine Eltern besaßen ein traditionsreiches Gasthaus im Herzen der Stadt. Nach seiner Schul- und Berufsausbildung widmete er sich dem erlernten Beruf des Kaufmanns. Die kaufmännische Tätigkeit ermöglichte es ihm, Reisen in verschiedene Länder Europas sowie Nordamerikas zu unternehmen.

 

Diese Reisen brachten ihm einen reichen Erfahrungsschatz im Umgang mit der Welt und den Menschen verschiedener Kulturkreise und sie verschafften ihm den Stoff für sein schriftstellerisches Schaffen.

 

Er begann, die Erlebnisse und Eindrücke dieser Reisen sowie auch persönliche Erfahrungen im Zusammenleben mit den Mitmenschen literarisch zu verarbeiten. Auf diese Weise verband er seinen kaufmännischen Beruf mit seiner immer mehr wachsenden Neigung, seine Gedanken als Schriftsteller kundzutun.

 

Während eines Aufenthalts in London überraschte ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als deutscher Staatsangehöriger wurde er festgehalten und auf der „Isle of Man" für die Dauer des Krieges interniert. In den Jahren der Gefangenschaft erlebte er die innere Not der Menschen, die viel Elend durchlitten und aus dem Chaos der zerbrechenden alten Wertordnungen keinen Ausweg fanden. Der Wunsch erwachte in ihm, hier zu helfen durch ein Wissen, das in ihm lebendig war.

 

1919 kam Oskar Ernst Bernhardt wieder nach Dresden. Er arbeitete zunächst literarisch. Doch das dichterische Wort erwies sich nicht als die geeignete Form zur Mitteilung dessen, was er zu sagen hatte. So wandte er sich Vorträgen zu, die er ab 1923 veröffentlichte und später zu seinem Hauptwerk, der Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit", zusammenfasste. Er wählte als Autor der Gralsbotschaft den Namen „Abd-ru-shin" (aus persisch-arabischen Sprachelementen), dessen sinngemäße Übersetzung: „Sohn", „Knecht" oder „Diener des Lichts" er als seinem Anliegen entsprechend empfand.

 

Nach der Scheidung seiner ersten Ehe heiratete Oskar Ernst Bernhardt 1924 ein zweites Mal: In Frau Maria Freyer (1887 - 1957) hatte er die ihn ergänzende Gefährtin gefunden. Mit ihr und ihren drei nahezu erwachsenen Kindern übersiedelte er nach Oberbayern und 1928 auf den Vomperberg in Tirol (Österreich), oberhalb der alten Silberstadt Schwaz.

 

Es war das passende Domizil für die Arbeit an seinem Hauptwerk und das Abfassen seiner weiteren Schriften.

Nachdem Oskar Ernst Bernhardt im Februar 1928 mit seiner Familie das dort erworbene Landhaus auf dem Vomperberger Plateau bezogen hatte, begann für ihn ein Jahrzehnt, in welchem er hoffen konnte, das zu verwirklichen, um dessentwillen er die vielen leidvollen Lebenserfahrungen auf sich genommen hatte: ein Wirken und einen Aufbau im Sinne seiner Gralsbotschaft.

 

Bald siedelten sich in seiner Nähe Menschen an, die sich zur Gralsbotschaft bekannten und ein Lebensmodell im Sinne der Gralsbotschaft aufbauen wollten. Dadurch entwickelte sich dort die bis heute bestehende Grals-Siedlung. 

 

Auch äußerlich gesehen entfaltete sich Hand in Hand mit dem geistigen Anstoß eine rege Tätigkeit, und innerhalb von nur drei, vier Jahren entstand auf diesem idyllischen Flecken Erde eine kleine Mustersiedlung.


 

Jäh brach diese Entwicklung ab, als Österreich im März 1938 „deutsch" wurde. Abd-ru-shin wurde von den Nationalsozialisten verhaftet und in Innsbruck inhaftiert. Die Unterstellungen und Anklagen, welche die Inhaftierung bewirkt hatten, erwiesen sich letzten Endes jedoch als nicht der Wahrheit entsprechend, was zur Freilassung Abd-ru-shins führte. Die Grals-Siedlung auf dem Vomperberg, die sich um Abd-ru-shins Wohnhaus gebildet hatte, sowie sein gesamtes persönliches Vermögen wie auch das seiner Familie wurde dennoch beschlagnahmt und dem österreichischen Staat übertragen. Abd-ru-shin und seine Familie mussten Österreich verlassen und erhielten einen Zwangsaufenthalt im Osten Deutschlands zugewiesen.

Auch alle übrigen Bewohner wurden aus der Grals-Siedlung vertrieben. Die Weitergabe des Werkes Abd-ru-shins sowie der persönliche Kontakt mit Abd-ru-shin war durch den Zwang der nationalsozialistischen Machthaber weitgehend unterbunden.

 

Abd-ru-shin ging mit seiner Familie zunächst in die Nähe von Görlitz, dann nach Kipsdorf im Erzgebirge. Für seine Anliegen öffentlich tätig zu werden, war ihm untersagt, und den Bekennern der Gralsbotschaft war es verboten, Verbindung zu ihm aufzunehmen. Die Geheime Staatspolizei beobachtete und kontrollierte ständig. Die Jahre der Verbannung nutzte er, um die Gralsbotschaft zu der Form zu redigieren, wie er sie als Vermächtnis hinterlassen wollte. Aufgeteilt in drei Bände sollte dieses Werk zu den Lesern gelangen. Der erstmalige Druck dieser Ausgabe erfolgte erst im Jahre 1949.

 

Verbannung und Isolierung hatten Folgen: Oskar Ernst Bernhardt starb, nur 66 Jahre alt,

am 6. Dezember 1941 in Kipsdorf. Die damalige Beisetzung fand auf dem Friedhof seiner Geburtsstadt, in Bischofswerda statt. Nach Kriegsende 1945 gaben die Alliierten den Bernhardtschen Besitz auf dem Vomperberg an Frau Maria Bernhardt zurück.

 

 

 

Im Sommer 1949 war es möglich, den Leichnam Abd-ru-shins von Bischofswerda zur

Grals-Siedlung Vomperberg zu überführen. Hierfür wurde ein Grabmal in Form einer Pyramide errichtet, in deren Gruft der Erdenkörper Abd-ru-shins erneut beigesetzt wurde.


 

Das Verzeichnis und die Sammlung der Werke von Abd-ru-shin in der chronologischen Ordnung

 
 

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Abd-ru-shin und die Botschaft aus dem Gral

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